Ratgeber

Schädling

Es gibt eine Vielzahl von Schädlingen und Pilzkrankheiten an Pflanzen einen großen Schaden anrichten. Hier stellen die wichtigsten Schädlingsgruppen vor und geben Tipps.
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Rebläuse sind Pflanzenläuse und gehören zur Familie der Zwergläuse. Speziell im Weinanbau können sie nicht unerheblichen Schaden anrichten. Vor ca. 150 Jahren wurden sie aus den USA nach Europa eingeschleppt mit dramatischen Folgen für den europäischen Weinbau, denn annähernd die Hälfte aller Weinreben-Wurzeln wurden in den darauffolgenden Jahrzehnten befallen und dadurch die Pflanzen vernichtet. Erst mit der Rebenveredelung bekam man das Problem in den Griff. Bei der Veredelung wurden und werden noch heute die „Oberteile“ (Edelreiser) europäischen Weinsorten auf schädlingsresistente amerikanische Unterlagen (Wurzelstöcke) aufgepfropft.

Bei Raupen handelt es sich um die Larven der Schmetterlinge und Nachtfalter. So schön und beliebt die Schmetterlinge im allgemeinen auch sind, im Raupenstadium sind bestimmte von ihnen im Nutz- und Ziergarten äußerst unbeliebt. Die Zahl der als Schädlinge eingestuften Raupen ist begrenzt, d.h. während es allein in Deutschland über 3000 Schmetterlingsarten gibt, beläuft sich die Zahl der schädlichen Raupen auf wenige Dutzend. Sie ernähren sich in erster Linie von Blättern, ab und zu auch von Trieben und Wurzeln verschiedenartigster Pflanzen. Manche von ihnen können sogar den Menschen schaden, denn sie haben sog. Brennhaare.

Zikaden sind kleine, zwischen 0,5 und ca. acht Zentimeter große Fluginsekten, die sich wie viele andere auch von Pflanzensaft ernähren. Weltweit gibt es über  40.000 verschiedene Arten, die in Rundkopfzikaden und Spitzkopfzikaden unterteilt werden. In Deutschland kommen gerade mal gut 500 , meist sehr kleine Arten vor. Entgegen bestimmter ausländischer Zikaden (Singzikaden), sich gesanglich sehr laut darstellen können, sind die einheimischen in der Regel für Menschen nicht hörbar.

Die Sitkafichtenläuse (auch Fichtenröhrenläuse genannt) haben ihren Namen von der Sitkafiche, deren Heimat der Nordwesten Amerikas ist. Obwohl diese Fichtenart bereits seit etwa 150 Jahren  auch im europäischen Raum heimisch ist, haben sich die Sitkafichtenläuse erst in den letzten 50 Jahren in Europa angesiedelt.

Schildläuse sind Insekten, die zu den Pflanzenläusen gehören. Weltweit gibt es mehrere tausend  Arten, in hiesigen Breiten an die 100. Die meisten der vorkommenden Arten gelten als Schädlinge, da sie sich von Pflanzensaft ernähren. So u.a. die Röhrenschildläuse, die Deckelschildläuse, die Woll- und Schmierläuse usw. Schildläuse werden zwischen 0,5 und 5mm groß, farblich variieren sie zwischen braun, weißlich und grau. Ihren Namen haben sie von einem Schild (Panzer), der das erwachsene weibliche Tier bedeckt und damit schützt. Merkmal der männlichen Schildläuse sind in der Regel Flügel.

Weiße Fliegen stammen ursprünglich aus Mittelamerika und sind vor etwa 150 Jahren in Europa eingeschleppt worden. Entgegen ihrem Namen gehören diese schädlichen Insekten – obwohl sie Flügel haben – nicht zu den Fliegen sondern zu den Mottenschildläusen. Diese sind in Mitteleuropa mit annähernd 20 Arten vertreten, wobei ein Teil von ihnen als Weiße Fliegen bezeichnet wird. Neben der am häufigsten vorkommenden Gewächshaus-Weiße Fliege so u.a. noch die Tabak-Weiße Fliege und die Eschen-Weiße Fliege . Die Körperlänge des Schadinsekts beträgt max. 1,5 mm, die Körperfarbe ist hellgelb. Ihren Namenbestandteil „Weiße“  hat sie aufgrund von puderartigem weißem Wachs, der sowohl Körper als auch Flügel bedeckt.

Bei Blattläusen handelt es sich um verschiedenfarbige (grün, braun, grau, rötlich) tierische Schädlinge, die 0,5-5mm groß werden können. Sie gehören zur großen Gruppe der saugenden Insekten, da sie den Pflanzensaft aussaugen. Es gibt allein in Deutschland über 800 Arten, wobei die meisten von ihnen zur Familie der Röhrenläuse gehören. Weltweit kommen sogar mehr als 3000 Arten vor.

Bei den Kirschblütenmotten handelt es sich um kleine, bis zu 6 mm große Schmetterlinge, die aus der Familie der Gespinst- und Knospenmotten stammen. Sie haben eine im Verhältnis zum Körper recht große Flügelspannweite von 10-13 mm. Die Farbe der Vorderflügel ist zu 2/3 braun (vorne), während sich das hintere Drittel weiß darstellt. Die schmaleren Hinterflügel sind hellbaun.

Die schädlichen Minierfliegen gehören zur Familie der Zweiflügler und kommen weltweit in über 3000 Arten vor. In Mitteleuropa sind an die Tausend von ihnen beheimatet. Sie sind 2-3 mm lang , unscheinbar und weisen eine dunkle Färbung auf. Ihre Flügel erscheinen transparent. Bestimmte Arten kennzeichnen ein gelbes Rückenschild. Sie kommen in fast jedem Garten und in vielen Gewächshäusern vor. Ihre Lebenszeit beträgt meistens ein bis zwei Wochen.

Trauermücken, umgangssprachlich auch Schwarze Fliegen genannt, sind weltweit (sogar bis in die Nähe der Pole) vorkommende Insekten (Zweiflügler, Unterart Mücken, nicht stechend). Wenige Hundert Arten von ihnen leben in Deutschland. Da sie den Obstfliegen sehr ähnlich sehen, werden sie oft mit ihnen verwechselt. Sie sind sehr klein (1-7 mm) und treten vermehrt in der kalten Jahreszeit auf. Ihre Körperfarbe ist dunkelgrau bis schwarz, ebenso wie ihre Flügel der Männchen (die Weibchen haben meistens keine). Das Flugverhalten der männlichen Tiere ist als taumelnd zu bezeichnen.

Miniermotten sind sehr kleine, meist in der Abenddämmerung fliegende Schmetterlinge (Falter).  Weltweit gibt es etwa 1000 Arten, von denen über 200 in Europa anzutreffen sind. Sie sind meistens wenige mm groß, schlank und ihre Körperfarbe ist unterschiedlich, häufig leicht bräunlich bis oliv-ähnlich. Ihre Flügel, die deutlich gefranst sind, haben eine Spannweite von 5-10 mm und tendieren zwischen braun und beige. Markantes Merkmal der Miniermotten ist ein ausgeprägter Saugrüssel.

Wie alle anderen Milbenarten gehören auch die Weichhautmilben zur Klasse der Spinnentiere. Weltweit gibt es ca. 50 verschiedene Gattungen, von denen nur wenige in Mitteleuropa anzutreffen sind. Mit dem bloßen Auge, manchmal sogar mit einer einfachen Lupe kann man die achtbeinigen Schädlinge kaum erkennen. Dazu trägt nicht nur ihre geringe Größe (0,1-0,2 mm) bei, sondern auch ihr fast durchsichtiger, je nach Art, Geschlecht und Ernährung weißlicher, bräunlicher bis gelbgrüner Körper. Außerdem halten sie sich an den Pflanzen gut versteckt.

Blattwespen gehören zur Gruppe der Hautflügler und haben keine Analogie zu den bekannten Wespen. Man könnte sie eher für Fliegen halten, denn sie sind verhältnismäßig unscheinbar und schwarz oder braun gefärbt. Je nach Art werden sie wenige Millimeter bis zwei Zentimeter groß.In Deutschland sind sie mit über 500 Arten vertreten, von denen einige wie die Grüne Blattwespe als Nützlinge deklariert werden, da sie bestimmte schädliche Kleininsekten dezimieren.

Stechmücken, umgangssprachlich häufig auch Moskitos genannt, sind seit Millionen von Jahren fast überall auf der Welt anzutreffen. Es gibt es über 3000 Stechmückenarten, in Mitteleuropa sind über 80 verschiedene dieser Zweiflügler anzutreffen. Ihre Körperlänge beträgt meistens zwischen 5 und 12 mm, je nach Art und Geschlecht. Sie haben relativ große Augen und auffallend lange Beine, ihre Farbe ist unterschiedlich. Die Lebenszeit dieser Tiere beträgt in Regel drei Wochen.

Käfer sind weltweit in fast allen Ländern anzutreffen. Es gibt über 350.000 verschiedene Arten, in Deutschland sind es über 7.000. Neben den nützlichen Käferarten wie Marienkäfer und Erdkäfer  gibt es auch viele schädliche Arten, die ebenso wie ihre Larven mit ihren Kauwerkzeugen die Blätter und Wurzeln von Pflanzen beeinträchtigen. Einige von ihnen haben sich auch spezialisiert, d.h. sie fressen andere Tiere, Larven, Aas, Dung, Holz usw. Und nicht wenige Käfer können fliegen, während andere im Wasser leben.

Thripse gehören zur Familie der Fransenflügler (lange Haarfransen an den Flügelrändern) und werden z.T. auch so genannt. Andere Bezeichnungen sind Blasenfüße und Schwarze Fliege,  umgangssprachlich manchmal Gewittertierchen. Die 1-2 mm großen, gelblichbraunen bis schwarzen Insekten kommen zwar weltweit in mehreren tausend Arten vor, in Deutschland sind jedoch nur gut 300 von ihnen vertreten. Ein Teil der Thripsarten wird als Schädlinge eingestuft, andere sogar als Nützlinge. Ihre enorme Verbreitung resultiert nicht zuletzt aus der Tatsache, das sie aufgrund ihres geringen Gewichtes durch den Wind überall hin transportiert werden konnten und können.

Die achtbeinigen Spinnmilben sind eine Unterart der Milben, die  zur Gruppe der Spinnentiere (also nicht der Insekten) gehören. Es gibt unter den braunen, gelbgrünen oder rot gefärbten Milben (jahreszeitabhängig) sowohl nützliche als auch schädliche Milben. Die Spinnmilben gehören zu letzteren, da sie den Pflanzen den Saft aussaugen. Erkennen kann man sie kaum, da sie nur gut einen halben Millimeter groß sind. Lediglich große Kolonien bestimmter Arten sind auffällig, da sie ein feines Gespinnst auf den Pflanzen erzeugen.

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