Ökologie und Biologie


Bei den Begriffen Ökologie und Biologie handelt es sich um Schlagworte, die besonders in den letzten 25 Jahren im allgemeinen Bewusstsein immer mehr an Bedeutung gewonnen haben. Sie finden besonders Verwendung wenn es darum geht, für eine gesunde Umwelt und Ernährung zu sorgen, also in den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau, Weinbau, Obstbau, Pflanzenschutz und Lebensmittel (Nahrung).

ökologischer Landbau

Der biologische (ökologische) Landbau hat seine Wurzeln in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts und ist dabei eng mit den Namen Dr. Rudolf Steiner, Maria und Hans Müller und Hans-Peter Rusch verbunden. Wenn auch die Ansätze bei allen etwas unterschiedlich waren, so war doch die Zielsetzung gleich: Wirtschaften im Einklang mit der Natur unter Verzicht auf Kunstdünger und Pestizide. Der landwirtschaftliche Betrieb wurde und wird dabei vor allem als Organismus mit den Bestandteilen Mensch, Tier, Pflanze und Boden gesehen.

Für den gewerblichen biologischen Landbau gelten einige Grundprinzipien:

Natürliche Kreisläufe

Schaffung und Sicherung möglichst geschlossener, natürlicher Kreisläufe. Dabei werden Pflanzen und Tiere als Einheit gesehen. Das Futter für die Nutztiere stammt hauptsächlich vom eigenen Betrieb und für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit werden hauptsächlich Hofdünger wie Gülle, Mist oder Kompost eingesetzt.

Erhaltung und Mehrung der Bodenfruchtbarkeit

Die Schaffung, Erhaltung und Förderung der Bodengesundheit ist ein wesentlicher Aspekt des biologischen Landbaus. Dabei wird der Boden tief gelockert und flach gewendet, so dass Bodenflora und –fauna in ihrer Schicht bleiben und somit ihre volle Wirkung erzeugen können. Neue Mineral- und Nährstoffe erhält der Boden durch Mulchen und das sog. Gründüngen. Eine organischen Düngung erfolgt durch Mist und Kompost. In diesem Zusammenhang ist auch die Fruchtfolge sehr wichtig, d.h. auf den Feldern wechseln sich im Jahresrhythmus genau auf den Boden abgestimmte Nutzpflanzen ab.

Pflanzenschutz und Einsatz von Nützlingen

Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel werden im biologischen Landbau nicht eingesetzt. Stattdessen kommen die natürlichen Pflanzenschutzmittel wie Jauche und Gesteinsmehl zum Tragen. Daneben werden pflanzenstärkende Pflegepräparate eingesetzt und Nützlinge gefördert. Die geschieht z.B. durch die Kultivierung von Ackerrandstreifen und Hecken und die damit verbundene Schaffung neuer Lebensräume. Als mechanische Unkrautbekämpfungsmaßnahmen werden das Hacken und Abflammen bevorzugt.

Artgerechte Tierhaltung

Eine artgerechte Tierhaltung ist im ökologischen Landbau besonders wichtig. Dabei wird u.a. darauf geachtet, dass die Tiere ausreichend Platz im Stall und Auslauf im Freien haben sowie Tageslicht bekommen. Eine Käfighaltung ist verpönt und Tiere sollten nicht angebunden sein. Das Futter für die Tiere sollte vorwiegend aus dem eigenen Anbau stammen, d.h. es sollten nur so viele Tiere gehalten werden, wie die bewirtschaftete Fläche des Betriebes ernähren kann.

etztendlich sollte durch die Auswahl geeigneter und robuster Rassen, durch artgemäße Fütterung und genügend Auslauf für die Gesundheit der Tiere gesorgt werden. Sollte ein Tier tatsächlich krank werden, kommen Naturheilverfahren zum Einsatz.

Verbot der Gentechnik

Ein absolutes Tabuthema ist die Gentechnik. Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ist den Bio-Landwirten grundsätzlich untersagt, da sie den Grundsätzen des Biolandbaus widerspricht. Diese Prinzipien und Grundsätze haben sich im Laufe der letzten 50 Jahre viele nationale und internationale ökologische Anbauverbände wie z.B. Demeter, Bioland usw. zu eigen gemacht und in eigenen Richtlinien festgehalten. Mitglieder dieser Verbände sind in erster Linie Landwirte.

Als internationale Dachorganisation fungiert seit 1972 die IFOAM. Ihr gehören über 750 Organisationen (Öko-Anbauverbände, Unternehmen der ökologischen Lebensmittelwirtschaft, Forschungseinrichtungen und auch Landwirte) aus mehr als 108 Ländern an. Alle Mitglieder haben sich dazu verpflichtet, die anerkannten Basisrichtlinien der Dachorganisation zu akzeptieren und zu beachten. Leitbild der IFOAM ist es, die Öko-Bewegung in ihrer gesamten Vielfalt zu führen, zu unterstützen und zu vereinen. Ziel ist dabei die weltweite Schaffung von ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen Systemen, die auf den Prinzipien der ökologischen Landwirtschaft basieren.

Gesetzlich ist der biologische Garten- und Landbau seit 1992 in einer EG-Öko-Verordnung geregelt. Als Bio- oder Öko-Ware dürfen danach nur Produkte bezeichnet werden, die den strengen Richtlinien der Verordnung nach erzeugt, verarbeitet und kontrolliert werden. Die Richtlinien schreiben u.a. vor, dass die Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs zu mindestens 95% aus dem ökologischen Landbau stammen müssen.

Um zu dokumentieren, dass es sich um ein Bio- oder Öko-Produkt handelt, kann eine Ware auf verschiedene Art und Weise gekennzeichnet werden. In erster Linie dienen dazu entsprechende Labels bzw. Logos oder Siegel, die von der EU, dem jeweiligen Land oder von den Verbänden herausgegeben werden. Beachten muss man dabei aber, dass diese Kennzeichnungen z.T. eine unterschiedliche Gewichtung hinsichtlich der Anforderungen haben. Zum großen Teil gelten die o.g. Grundprinzipien für den gewerblichen biologischen Landbau auch für den privaten biologischen Nutz- und Ziergarten.

Hobby-Bio-Gärtner

Auch beim Hobby-Bio-Gärtner steht die Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit im Vordergrund. Maßnahmen dafür sind eine angepasste, schonende und sorgfältige Bodenbearbeitung, eine regelmäßige und dem Boden angepasste organische Düngung mit z.B. Mist oder Hornmehl (nicht mit Mineraldüngern), eine vielseitige Fruchtfolge, das Mulchen und der Einsatz von Bodenverbesserungsmitteln (z.B. Steinmehl) und Gründüngungspflanzen.

Ein besonders wichtiges Thema im privaten Bereich ist auch der vorbeugende Pflanzenschutz. Ziel ist dabei die Förderung der Gesundheit der Pflanzen und die Stärkung der natürlichen Abwehrkräfte. Es gibt viele Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen, angefangen von der schonenden Bodenbearbeitung, der richtigen Düngung bis hin zur Mischkultur und dem Mulchen. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel haben auch im privaten Bio-Garten nichts zu suchen. Allenfalls können im Ausnahmefall (bei sehr starkem Befall mit Schadinsekten oder Krankheiten) biologische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.