Der richtige Boden


Ebenso wie das Wasser hat der Erdboden für den Menschen eine entscheidende, d.h. existenzielle Bedeutung, da er bekanntermaßen verhältnismäßig knapp ist nicht beliebig vermehrbar. Im Gegenteil: durch Erosion, Bebauung usw. nimmt die Fläche stetig ab und wir verlieren immer mehr Grundlagen unseres Lebens.

Der Erdboden besteht aus mehreren Schichten, wobei die oberste zwischen 10 und 30 cm dicke Schicht aus fruchtbarem Humus am wichtigsten, ja am lebenswichtigsten ist. Denn sie sorgt überwiegend für die Ernährung der Menschen, Tiere und Pflanzen unseres Planeten.

Der Erdboden, der sich aus mineralischen und organischen Teilen zusammensetzt, ist in erster Linie mittels Wasser, Luft usw. durch Verwitterung bzw. Abtrag der Urgebirge im Laufe von Jahrmillionen entstanden. Hinzu kamen später auch Pflanzen und Tiere, die durch ihre organische Abfallproduktion dazu beitrugen (und auch heute noch beitragen), neue Erde, sprich Humus zu bilden.

Humus

Humus ist im engeren Sinne also die Gesamtheit der abgestorbenen organischen Bodensubstanz. Vielfältige Bodenorganismen erledigen dabei die Hauptarbeit, indem sie die organischen Substanzen in fruchtbaren und nährstoffreichen Humus umwandeln. Humus ist regelrecht „lebende Erde“(Endaphon), auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht. Die Anzahl der Mikroorganismen (Bakterien, Pilze usw) in dieser braunen oder schwarzen Masse ist unvorstellbar groß (s. Punkt 3). Hinzu kommen noch viele weitere „Helfer“ wie Würmern, Milben, Spinnen usw.

Die Bodenarten, die so im Laufe der Erdgeschichte entstanden, sind nicht nur von der Farbe her sehr unterschiedlich, sondern auch von ihrer Zusammensetzung. Sowohl für den Landwirt als auch für den Heimgärtner ist es deshalb sehr wichtig, Grundkenntnisse über die Beschaffenheit seines Ackers, Feldes oder Gartens zu haben. Nur wenn das der Fall ist, können gute, ertragreiche und gesunde Ernten erzielt werden bzw. Zierpflanzen prächtig gedeihen.Die wichtigsten Bodenarten sind bekanntermaßen:

Lehmböden und Lößböden

Lehmböden setzen sich aus Ton und Sand zusammen, wobei der jeweilige Anteil der beiden Erden sehr unterschiedlich sein kann. Sie können, obwohl durchlässig, Nährstoffe, Luft, Wasser und Wärme gut speichern. Nicht zuletzt dadurch sind sie durchweg verhältnismäßig humusreich und begünstigen die Bodenfruchtbarkeit. Wenn das nicht der Fall ist, muss eine Verbesserung durch reichlich Kompost mit einem gewissen Anteil Kalk vorgenommen werden. Grundsätzlich ist aber festzuhalten, dass Lehmböden gut für den Anbau von Bio-Gemüse geeignet sind.

Dies gilt auch für Lößböden, die hauptsächlich in warmen Flusstälern zu finden sind, denn sie haben ähnliche Eigenschaften wie die Lehmböden. Auch Lößböden sollten ggfs. zur Humusverbesserung mit Mist oder Kompost angereichert werden. Daneben kann Mulchen hilfreich sein. Ganz wichtig ist jedoch die ständige Aufrechterhaltung einer gewissen Feuchtigkeit.

Sandböden

Es handelt sich dabei sehr luft- und wasserdurchlässige, nährstoff-arme Böden. Für eine gute Nutzbarkeit ist es deshalb erforderlich, den Humus-gehalt ständig zu erhalten bzw. zu verbessern. Dies geschieht durch viel Kompostgabe, Stallmist, Tonmehl usw. Aber auch durch Mulchen oder die Beigabe von z.B. Lehmerde oder Torf (die die Mineralstoffe im Boden binden sollen) lassen sich Sandböden verbessern. Da Sandböden kalkarm sind, muss auch in dieser Hinsicht einiges getan werden, z.B. durch die Beigabe kalkhaltiger Naturdünger wie Holzasche usw. Positiv bei Sandböden ist: man kann sie leicht bearbeiten.

Tonböden

Tonböden haben eine dichte Porenstruktur, deshalb bleibt kaum Platz für Bodenleben und die Ausbreitung von Pflanzenwurzeln wird sehr erschwert. Zudem können die Wurzeln kaum Wasser und Nährsalze aufnehmen, da der Boden diese sehr fest bindet und keinen Sauerstoff durchlässt. Für den gewerblichen Gemüseanbau sind Tonböden ungeeignet. Allenfalls der Heimgärtner kann mit verhältnismäßig viel Aufwand den Tonboden seines „kleinen“ Gartens in gute Gartenerde verwandeln. Dazu bedarf es mehrerer verschiedener Arbeitsgänge im Verlaufe eines Jahres, angefangen vom tiefen Umgraben, dem Einsatz von Kalk, dem Untermischen von Flusssand sowie dem Anpflanzen von Legominosen als späteren Kompostierungspflanzen.

Moorböden

Moorböden bestehen zu einem hohen Anteil aus organischen, d.h. Pflanzenresten. Da ihr Wasserhaltevermögen sehr groß ist, ist eine teilweise Entwässerung vonnöten. Moorböden sind mineralstoffarm und sauer. Man unterscheidet zwischen Hochmoorböden und Niedermoorböden. Beide Arten benötigen zur Aufbesserung Sand, Mist und Kompost. Empfehlenswert ist auch die Beigabe von Ton und Lehm und eine gute Bodenabdeckung. Hochmoorerde muss zudem Kalk zugeführt werden, da ein Mangel an diesem Mineral besteht. Bei richtiger Pflege und Bearbeitung sind Moorböden gut zu Gemüseanbau geeignet.

Für alle Bodenarten gelten darüber hinaus mehr oder weniger folgenden Aussagen:
- Es sollte immer dafür gesorgt werden, dass ausreichend Humus vorhanden ist. Auch das Hinzufügen von Humusstoffen ist erforderlich.
- Der Boden sollte nach Möglichkeit regelmäßig mit Stallmist versorgt werden.
- Das Kompostieren ist wichtig.
- Eine gute Abdeckung verbessert die Qualität des Bodens.


Alle Maßnahmen sind wichtig für einen guten, nährstoffreichen Boden, denn sie begünstigen das Bodenleben und das Pflanzenwachstum.

Wie bereits erwähnt, ist es vor einer Bepflanzung aber auch später (bei Problemen mit Pflanzen) wichtig zu wissen, was für einen Boden man im Garten hat. Es muss also eine Bodenuntersuchung gemacht werden. Dazu gibt es mehrere einfache, nachstehend benannte Tests, aber auch aufwändige und kostspielige Laboruntersuchungen sind natürlich möglich.

Zunächst sollte mittels eines im Gartenfachhandel erhältlichen pH-Meters der pH-Wert (Säuregehalt) des Bodens ermittelt werden. Liegt der Wert zwischen 6,5 und 7,5 pH, ist er im optimalen Bereich. Bei zu niedrigem Wert sollten Algenkalke oder Baumasche beigegeben werden, bei zu hohem Wert ist Laubkompost erste Wahl. Auch das Mulchen hat Einfluss auf den pH-Wert.

Die nächste Untersuchung ist die Schlämmprobe. Mit ihr wird die Korngrößen-Zusammensetzung des Bodens analysiert, d.h. die Anteile von Sand, Ton, Schluff und organischem Material (Humus) werden bestimmt.

Spatenprobe

Die Spatenprobe (ein Stück Erde wird mit dem Spaten herausgehoben), die in letzter Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt, vermittelt Einblick in die Bodenstruktur, Bodenfeuchte (bzw. der Verteilung der Feuchte im Boden) und die Durchwurzelung. Diese drei Faktoren sind ausschlaggebend für die Fruchtbarkeit des Bodens, wobei eine Krümelstruktur des Bodens nicht nur für den Bio-Garten am besten ist.